Mein Lebensweg

Bis ich 33 Jahre alt war, lebte ich ein aus gesellschaftlicher Sicht betrachtet perfektes Leben. Ich war verheiratet, wohnte in einem grosszügigen Haus und arbeitete als Gemeindeschreiberin. Dann folgte durch eine Begegnung die vollkommene Wende, die mein Dasein gänzlich auf den Kopf stellte. Das erste Mal spürte ich die bedingungslose Liebe in mir und das wahre Leben. Auf einmal befand ich mich in zwei Welten und wusste nicht, wie mir geschah. Ich fühlte mich völlig hin- und hergerissen. Ein riesiger innerer Kampf begann und führte schliesslich dazu, dass ich mich innerhalb eines Jahres von meinem Ehemann trennte, das erste Mal alleine in eine Wohnung zog, die Arbeitsstelle wechselte und mich mit mir selber auseinanderzusetzen begann.

 

Drei Jahre später, im April 2016, wurde ich erneut durchgeschüttelt. Ich bekam einen Tinnitus – ein Schock. Mein Leben schien damals für mich am Ende zu sein, denn meine Ohren waren auf einmal dermassen überempfindlich. Ich konnte keine Musik mehr hören und nicht mehr singen. Damit fehlte mir das wichtigste in meinen Leben. Die Musik war das, was mir auf der Erde Halt gab, mich am Leben hier hielt.

 

Doch ich gab mich nicht auf, sondern entschied mich für eine Psychotherapie. Der Zeitpunkt war gekommen, mich noch intensiver meinem Innern zuzuwenden und meine ganze Vergangenheit aufzuarbeiten. Ich löste mich dabei von unzähligen Programmierungen, Denkmustern, Glaubenssätzen und Blockaden und damit auch von meinen schweren Lebensängsten, Minderwertigkeitsgefühlen und der Selbstverurteilung, die mich von meinem wahren Selbst getrennt hatten. Mein Seelenleben war bis dahin von einer steten depressiven Stimmung getrübt, die ich allerdings verbarg. Ich kannte keine Lebensfreude, liess mir aber nichts anmerken. Und ich stand unbewusst unter permanentem Stress und Druck. Als Mensch zu leben, war für mich eine Qual.

 

Eine Craniosacral-Therapie half mir parallel dazu, meinen Körper spüren zu lernen, mich zu erden und die blockierten Energien zu aktivieren. Immer mehr kam auf diesem Weg zum Vorschein, dass ich mir seit meiner Geburt, bei der ich durch den Einsatz einer Saugglocke ein schwerwiegendes Trauma erlitt, einen massiven Körperschutzpanzer zugelegt hatte. Ich befand mich in einem fatalen Spannungszustand, der schlussendlich den Tinnitus auslöste. Mein Körper war bis auf die innersten Schichten verkrampft und verdichtet mit teils groben Verwachsungen, meine Wirbelsäule steif und durch immense Wirbelverschiebungen im Ungleichgewicht. Auf meinem Kiefergelenk lastete ein unermesslicher Druck, weshalb der Kieferbereich total zusammengepresst war. Schrittweise begann ich die Panzerung intuitiv selber zu lösen, um meinen Körper in Bewegung zu bringen. Eine sehr anstrengende und teilweise enorm schmerzhafte Herausforderung.

 

Im Jahre 2018 fasste ich den Entschluss, meine Anstellung zu kündigen und mich neu zu orientieren. Ich ging dabei von einer kurzen Auszeit aus. Doch mein Weg zeigte mir das seelische Bedürfnis, mich fortan vollständig auf meine ganzheitliche Heilung zu konzentrieren. Nach dem Corona-Lockdown im Mai 2020 war ich dann soweit, den Weg ohne therapeutische Unterstützung weiter zu gehen.

 

Der ganze Prozess benötigte enorm viel Geduld, Mut, Kraft und Durchhaltevermögen. Doch war er notwendig, um mir gleichzeitig mein wahres Selbst bewusst zu werden, mich meinen göttlichen Gaben zu öffnen und meine wahre Berufung zu erkennen. So weiss ich heute auch, dass ich meinen ganzen Lebensweg aus Liebe zu den Menschen und zu Mutter Erde so ausgewählt habe, um mithelfen zu können, die Liebe hier wieder aufleben zu lassen.

 

Noch ist der Körperpanzer nicht ganz gelöst, weshalb auch die Ohrengeräusche noch da sind. Doch komme ich meiner ganzheitlichen Heilung jeden Tag ein Stück näher. Und ich fühle mich mit meinen gegenwärtig 42 Jahren so beweglich wie noch nie in meinem Leben. Der Entscheid, mein wahres Selbst zu zeigen, mich zu outen, sichtbar zu werden und meine Berufung zu leben, war der entscheidende und notwendige Schritt, um ganz heil werden zu können.

 

Für einen Teilbereich meiner Berufung darf ich mich aufgrund meiner körperlichen Situation noch in Geduld üben: die Mitmenschen mit meiner powervollen Stimme als Pop-/Rocksängerin im Herzen zu berühren. Auch dieser Tag kommt.

 

 

Wer bin ich?

 

Schon als Kind spürte ich, dass ich anders bin. Doch diese Andersartigkeit nahm niemand bewusst wahr. Ich wuchs auch zu einer Zeit auf, in der man die Begriffe "hochsensibel" und "hochsensitiv" noch nicht kannte. Als stilles, introvertiertes Mädchen fühlte ich mich in dieser Welt nicht angenommen und fehl am Platz. Meine Erfahrungen und Prägungen sowie die gesellschaftlichen Normen führten dazu, dass ich mein wahres Selbst völlig verbarrikadierte. Ich schloss mein Herz in einen dicken Panzer ein und versuchte, mich anzupassen. Dadurch verlor ich den Kontakt zu mir selber. Ich funktionierte nur noch wie eine steife Marionette. Kein Wunder war ich tief im Innern unglücklich. Unbewusst wollte ich lieber wieder nach Hause in die geistige Welt, in die Liebe, zurückkehren. Der Tinnitus war sinnbildlich das Schreien meiner Seele, endlich befreit zu werden.

 

Wer bin ich und was mache ich hier auf dieser Welt? Fragen, die mich schon in der Kindheit beschäftigten und plagten, die ich dann aber verdrängte. Erst auf meinem Heilungsweg, der mich wortwörtlich durch die Hölle führte, fand ich nach und nach die Antworten darauf. Es war die Zeit meines spirituellen Erwachens, die mir das Tor zu meinem wahren Selbst öffnete.

 

So fand ich immer tiefere Einsichten, wer ich wirklich bin und erkannte mich schliesslich als Engel in einem menschlichen Körperkleid wieder. Endlich fing alles an, einen Sinn in meinem Leben zu ergeben. Und mir wurde bewusst, warum ich mich in dieser Welt so verloren und nicht Zuhause fühlte. 

 

Ich bin ein Erdenengel, eine Botin und Botschafterin der Liebe, eine Lichtbringerin der neuen Zeit und vermittle das neue Bewusstsein.